Über Geld & Fülle
Du wurdest auf Mangel programmiert. Und nennst es Alltag.
Hast du dir eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie krass du auf Mangel programmiert bist? Wie sehr sich das durch dein Daily zieht, ohne dass du es merkst?
Besonders wir Mütter sind einer so krassen Situation ausgesetzt. Wir dürfen nicht nur unsere eigenen Themen auflösen — wir sollen nebenbei auch noch alles drumherum halten und organisieren. Und das System, in dem wir leben, ist einfach mütterfeindlich. Das muss ich so aussprechen. Wo bitte in aller Welt wird so an Geld gespart wie an uns Müttern? An dem, was wir jeden Tag leisten. 24/7 verfügbar — und trotzdem wird erwartet, dass wir bitte auch noch arbeiten gehen und Karriere machen.
Und versteh mich nicht falsch: dass eine Frau arbeiten geht, ist total legitim. Wenn sie es aus der Fülle heraus entscheidet. Aber genau das ist oft nicht der Punkt. Der Punkt ist dieses: jetzt bin ich Mama, das Geld wird auf Elterngeld gekürzt, und ich komme gerade so über die Runden. Ausgerechnet in dieser Zeit der Initiation, in der wir uns eigentlich mehr versorgen dürften, nicht weniger.
Für mich ist das ein systematisches Steuern von ganz oben. Menschen ins Tun kriegen. Suggerieren, dass ohne finanziellen Puffer nichts mehr geht. Und was tun wir dann? Wir gehen viel zu früh zurück in die Arbeit. Geben die Kinder ab, weil uns erzählt wird, sie müssten so früh in die Kita, um „soziale Kontakte zu lernen". Ich kann es nicht mehr hören. Es ist Bullshit.
Ich möchte nicht, dass du dich jetzt schlecht fühlst, wenn du dein Kind früh abgegeben hast, weil es nicht anders ging. Ich möchte nur, dass du anfängst zu reflektieren: Wo lässt du dich immer wieder in Strukturen pressen, die an Mangel geknüpft sind? Wo wird mit deiner Angst gearbeitet, damit du funktionierst und wie ein Aufstehmännchen in Reih und Glied marschierst?
Das entspricht überhaupt nicht dem Weiblichen in uns. Dem Hingeben. Dem Vertrauen. Dem Fließen. Wir werden in eine Männlichkeit gepresst, in der wir verlieren, uns selbst zu hören. Und das ist so fatal, weil wir uns dadurch von uns selbst abkoppeln.
Fülle fühlen hat nichts mit dem Außen zu tun.
Ich bin so dankbar, dass ich meinen Weg gehe, so wie er gerade ist. Und glaub mir, das hatte nichts mit Millionen zu tun. Nicht „ich bin finanziell frei, also mache ich das jetzt einfach". Ganz im Gegenteil. Denn das, was du dir im Leben wünschst, tritt niemals erst ein, wenn alles perfekt vorbereitet ist. Es passiert, indem du die Schritte gehst. Diese Schritte, die so viel Unsicherheit bedeuten. Vielleicht existenzielle Angst. Und indem du lernst, dich darin zu halten.
Genau das tue ich seit zwei Jahren. Jeden Tag. Und ich durfte lernen: Fülle hat nichts mit dem zu tun, was du an Geld kreierst oder wie viel du arbeitest. Es ist ein Trugschluss, dass wir noch mehr tun müssen, um etwas zu verdienen — weil da wieder alles ans Außen geknüpft ist.
Dieser Weg hat mir geholfen — hilft mir bis heute —, mich selbst in der Tiefe kennenzulernen. Mir wirklich zu begegnen. Meinem Herzen zu folgen, es überhaupt erst wieder zu spüren. Und der Weg dahin ging nicht über den Kopf. Er ging über intensive Körperarbeit und Energiearbeit. Über veränderte Routinen. Andere Gedanken. Andere Gefühle. Nicht von heute auf morgen. Sondern Schritt für Schritt.
Es geht darum, in dir diese Fülle zu fühlen. Und das ist ein Paradox. Weil wir glauben, Fülle sei nur das Schöne, die tollen Emotionen. Aber auch das ist Bullshit. Fülle heißt auch: dich in den tiefsten Tiefen halten zu lernen. Wenn du keine Landkarte mehr hast, auf deinen inneren Kompass zu vertrauen. Wenn du nichts mehr in der Hand hast, was das Außen navigiert, bei dir zu bleiben. Und immer wieder für dich zu entscheiden.
Also: fang an, in dich zu investieren. Fang an, dir die Dinge zu erlauben, die dich rufen. Und damit meine ich nicht die Louis-Vuitton-Tasche. Ich meine: hol dir Unterstützung. Trau dich, ein neues Projekt zu starten. Trau dich, andere Wege der finanziellen Freiheit zu ergründen als den einen, den du kennst — nämlich zu glauben, dass du irgendwann frei bist, wenn du nur weiter so arbeitest wie bisher. Weil das ist die verschobene Wahrnehmung. Damit bist du überhaupt nicht im Jetzt verankert.
Und genau damit arbeite ich auch in meinen Räumen. Nicht mit Methoden von oben. Nicht mit dem nächsten 10-Schritte-Plan. Sondern mit Körperarbeit und Energiearbeit. Mit dem ehrlichen Hinschauen auf deine Routinen, deine Gedanken, deine Gefühle. Ich halte den Raum, in dem du dir selbst wieder in der Tiefe begegnest und deinem Herzen wieder folgst. Wenn dich das ruft, weißt du es eh schon.
Das ist meine Einladung an dich. — Jana